Blogsuche:

OMD: The Punishment of Luxury – Ein großer Wurf der Altmeister

Abgelegt unter Musik by Henning Uhle am 08. September 2017

Gastartikel von Henning UhleIch bin seit Jahr und Tag – also zumindest schon ziemlich lang – Fan der britischen New Wave Götter namens OMD – oder korrekt ausgedrückt: Orchestral Manoeuvres In The Dark. Ja, sie hatten ihre Welthits in den Achtzigern und Anfang der Neunziger. Aber das ist auch völlig irrelevant, da Verkaufszahlen seit 1996 schon nicht mehr für sie zählen. Da hatte sich OMD letztmalig aufgelöst. Seit 2010 sind sie wieder aktiv, und das besser als je zuvor.

Nun haben sie also mit „The Punishment of Luxury“ ihr 13. Studioalbum veröffentlicht. Das war am Freitag. Meine Güte, ist das eine gute Scheibe. Ich habe mich mal in meinem Blog eingehend mit dem Silberling beschäftigt. Das ist hier nachlesbar. Man dachte erst nach dem Album „English Electric“ von 2013, dass nun Schluss ist. Aber mit dem neuen Wurf haben sie wieder mal alle Lügen gestraft.

Und mal ehrlich: Mit dieser Art Musik schicken sie all diese Burak Yeters, Alan Walkers, Gestört aber geils und wie sie alle heißen in die Wüste. Sie zeigen einfach mal mit 12 bärenstarken Nummern, wo der Hammer hängt. Und sie haben in jedem Lied eine Geschichte zu erzählen. Das ist nun einmal nicht so, dass man sich einfach mal durch die Musikgeschichte covern muss und dann dennoch nichts besseres als „Got the club going up on a Tuesday“ zustande bringt. OMD schaffen es, der Welt zu zeigen, wie einen der Luxus bestraft, indem sie singen „Bend your body to the will of the machine“.

Nein, „The Punishment of Luxury“ wird kein großer Verkaufserfolg. Dafür sorgen genügend Jammerlappen in den Charts, an die man sich in drei, vier Jahren eh nicht mehr erinnert. „The Punishment of Luxury“ ist etwas für die Ewigkeit. Und in jeder Note, in jeder Silbe, in jedem Effekt sowas von typisch OMD, dass man ernsthaft denken könnte, die vier alten Herren grüßen direkt aus ihrer inzwischen abmontierten Telefonzelle mitten auf der Wirral Halbinsel. Sie machen nach wie vor große Freude. Ob das die Stars von heute in 40 Jahren auch noch fertig bringen?

 

Einen eigenen Kommentar schreiben




Bitte JavaScript aktivieren!